Die heutige Befragung von Sebastian Kurz förderte für mich Verstörendes zutage:

Er interessierte sich einfach nicht für diese BVT-Causa und ihre Folgen für die Sicherheit in unserem Land.

Er hielt sich völlig uninformiert und suchte (daher) nicht das Gespräch mit Kickl oder BVT-Chef Gridling.

Nicht zu der Tatsache, dass Goldgruber bei der Staatsanwältin mit Konvolut erschien, um im BMI auf Auftrag von Kickl „aufzuräumen- ihm bekannt durch Medienberichterstattung.

Nicht zu der Tatsache, dass die BelastungszeugInnen für die Hausdurchsuchung im BMI vor ihrer Aussage bei der Staatsanwaltschaft "angehört" wurden- - ihm bekannt durch Medienberichterstattung (aufgrund Antworten von Kickl auf eine meiner Anfragen).

Nicht zu der Tatsache, dass Treffen von Kickl und der ersten Belastungszeugin P- ihm nicht bekannt bis zu meiner heutigen Frage trotz Medienberichterstattung (aufgrund Antworten von Kickl auf eine meiner Anfragen)!

Nicht zu der Tatsache, dass dieses Treffen von Kickl und der ersten Belastungszeugin im FPÖ-Klub statt fand- ihm nicht bekannt bis zu meiner heutigen Frage trotz Medienberichterstattung (aufgrund meiner diesbezüglichen Frage im UsA an Udo Lett)!

Nicht zu der Tatsache, dass bei der HD im BVT sensibelste Daten (Neptun, ZQB) beschlagnahmt wurden- war ihm nur vage bekannt trotz Medienberichterstattung!

Nicht zu der Tatsache, dass eine Suspendierung des BVT in der Berner Gruppe im Raum stand- ihm nicht bekannt bis zu meiner heutigen Frage trotz Medienberichterstattung (aufgrund Befragung im UsA von der damaligen Leiterin der Rechtsabteilung im BVT)!

Dann drehte sich die Berichterstattung um die sich verschlechternden Beziehungen zu den Partnerdiensten immer schneller- bis hinauf zur International New York Times (https://www.nytimes.com/…/austria-far-right-freedom-party.h…).

Zum Schluss hätte sich Kanzler Sebastian Kurz schon fern von Zeitungen halten müssen, um aktiv in Unwissenheit durchs Leben zu gehen.

In Wahrheit mimte er wohl am Ende nur Unwissen. Um nicht handeln zu müssen. Um nicht Kickl seines Amtes entledigen zu müssen. Wie wir gesehen haben, hätte er damit das Ende der Koalition eingeläutet. Das tat zwangsläufig die "Ibiza"-Affäre.

Machtpolitischer Opportunismus vor staatsmännischer Verantwortung. Das ist Sebastian Kurz.

ORF.at/Roland Winkler

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